WISSENSWERTES

Richtiges Verhalten nach einem Verkehrsunfall

Möglicherweise gehören auch Sie zu jenen Verkehrsteilnehmern, die insgeheim hoffen niemals an einer Unfallstelle vorbeizukommen. Viele Personen fürchten sich nämlich davor, etwas falsch zu machen. Doch das einzig Falsche das Sie machen könnten wäre, an der Unfallstelle vorbeizufahren und keine Hilfe zu leisten!

Wenn Sie Beteiligter oder Zeuge eines Verkehrsunfalls werden oder als einer der Ersten an einer Unfallstelle vorbeikommen, sollten Sie unbedingt die folgenden Punkte einhalten:


Bewahren Sie Ruhe und Sichern Sie die Unfallstelle ab!
Die Absicherung der Unfallstelle ist äußerst wichtig, um nachkommende Verkehrsteilnehmer rechtzeitig auf die Gefahrensituation aufmerksam zu machen und so Auffahrunfälle zu vermeiden.

  • Schalten Sie die Warnblinkanlage ihres Fahrzeuges ein
  • Legen Sie zu Ihrem Eigenschutz eine Warnweste an
    • Auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen besteht seit 1. Mai 2005 für Fahrzeuglenker beim Verlassen des Fahrzeuges zum Aufenthalt auf den Fahrspuren oder dem Pannenstreifen eine gesetzliche Tragepflicht für Warnwesten.
    • Zu Ihrer eigenen Sicherheit empfehlen wir jedoch, auf sämtlichen Straßen die Warnweste anzulegen!
    • Gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO) und dem Kraftfahrgesetz (KFG) muss der Lenker eines mehrspurigen Kraftfahrzeuges für den Fall, dass das Fahrzeug in einer unübersichtlichen Straßenstelle steht sowie bei schlechter Sicht, Dämmerung oder Dunkelheit jedenfalls ein Warndreieck aufstellen und dabei auch eine Warnweste anlegen.
  • Stellen Sie Ihr Pannendreieck in ausreichendem Abstand zur Unfallstelle auf
    • Dabei sind die folgenden Abstände ratsam, um dem nachkommenden Verkehr ausreichend Zeit und Platz zum gefahrlosen Anhalten zu geben:
      • 50 m im Ortsgebiet
      • 150 - 250 m im Ortsgebiet
      • 250 - 400 m auf Autobahnen und Schnellstraßen
    • Auf Straßen mit Gegenverkehr, sollten Sie nach Möglichkeit in jeder Fahrtrichtung ein Pannendreieck aufstellen!
    • Bitte beachten Sie, dass sich bei schlechter Sicht und schlechten Fahrbahnverhältnissen (beispielsweise Regen, Nebel, Schneefall) der Anhalteweg von Fahrzeugen verlängert und das Pannendreieck deshalb in größerer Entfernung aufgestellt werden sollte! Ebenso sollten Sie darauf achten, dass das Pannendreieck nicht unmittelbar nach Kurven oder Kuppen aufgestellt wird. Platzieren Sie das Pannendreieck in solchen Situationen immer vor derartigen Stellen!


Setzen Sie den Notruf ab
Sollten außer Ihnen noch andere Person vor Ort sein, bitten Sie diese den Notruf abzusetzen während Sie die Unfallstelle absichern, um die Einsatzkräfte so schnell wie möglich zu verständigen.

Beim Absetzen des Notrufs beantworten Sie dem Leistellenpersonal bitte alle Fragen so gut wie möglich, damit die richtigen Einsatzkräfte alarmiert werden können. Besonders wichtig ist beispielsweise die Information, ob möglicherweise Personen in den Unfallfahrzeugen eingeklemmt oder nicht ansprechbar sind! Auch Informationen über spezielle Fahrzeugtypen, die am Unfall beteiligt sind (wie Elektrofahrzeuge, Hybrid-Fahrzeuge, Fahrzeug mit Gasantrieb) sind für die Einsatzkräfte wertvoll, da diese bereits bei der Anfahrt notwendige Maßnahmen vorbereiten können.


Leisten Sie Erste Hilfe, falls es Verletzte gibt
Befinden sich die Unfallbeteiligten noch in den Fahrzeugen, ist die Unfallstelle abgesichert und drohen keine weiteren Gefahren, wie zum Beispiel ein Brand, lassen Sie die Personen bitte im Fahrzeug und reden Sie ihnen ruhig zu! Sollte sich eine verunglückte Person jedoch unmittelbar in einem Gefahrenbereich befinden, so müssen Sie die Person aus der Gefahrenzone bringen und diese bspw. aus dem brennendem Fahrzeug bringen. Derartige Maßnahmen sollten mit äußerster Vorsicht geschehen, um mögliche Wirbelsäulenverletztungen nicht unnötig zu verschlimmern.

Wenn sich die Verletzten bereits außerhalb des Fahrzeuges befinden sollten, betreuen Sie die Personen bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte. Neben der Durchführung von Maßnahmen der Ersten Hilfe (richtige Lagerung, Wundversorgung, Blutstillung,...) sollten Sie bei den Verunglückten bleiben und diese mit Gesprächen beruhigen. Kleine Gesten wie das Halten einer Hand vermitteln den Verletzten das Gefühl "nicht alleine zu sein".

Bitte beachten Sie auch, dass Personen welche auf den ersten Blick unverletzt sind, jedoch unter Schock stehen können und sie deshalb unbewusst zu einem Verhalten (wie davonlaufen oder auf der Verkehrsfläche herumirren) neigen, das sie weiteren Gefahren aussetzt. Diese Personen müssen ebenfalls bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte betreut und wie oben beschrieben durch gutes Zureden beruhigt werden.

Informationen zu den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen finden Sie auf der Homepage des Roten Kreuzes


Halten Sie Zündquellen wie Zigaretten etc. fern
Achten Sie bitte auch darauf, ob bei den Unfallfahrzeugen Betriebsmittel wie Treibstoff oder Motoröl austreten! Sollte dies der Fall sein, teilen Sie dies den Einsatzkräften der Feuerwehr nach dem Eintreffen bitte umgehend mit.



Und was soll man gegen Schaulustige machen?
Aus Erfahrung muss leider gesagt werden, dass sich bei Verkehrsunfällen schnell viele Menschen ansammeln, die nur blöd schauen und bereits beginnen über mögliche Unfallursachen zu spekulieren, aber nicht helfen. Vor allem für Unfallbeteiligte gibt es nicht Schlimmeres als Schaulustige und selbsternannte Unfallsachverständiger. Ergreifen Sie in diesem Fall die Initiative und teilen Sie solchen Personen direkt bestimmte Aufgaben, wie das Absetzen des Notrufs, das Absichern der Unfallstelle oder das Anweisen der Einsatzkräfte zu!