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Brauchtumsfeuer

Ganzjähriges Verbrennungsverbot!
Mit der Novelle zum Bundesluftreinhaltegesetz (BGBl. I Nr. 77/2010) ist das Verbrennen von Materialien pflanzlicher Herkunft außerhalb genehmigter Anlagen grundsätzlich ganzjährig verboten!

Ausnahme - Brauchtumsfeuer
In der Steiermark dürfen im Rahmen von Brauchtumsveranstaltungen ausschließlich Materialien pflanzlicher Herkunft in trockenem Zustand verbrannt werden.

In der Stadt Graz, als besonders belastetes Siedlungsgebiet, ist auch das Entfachen von Brauchtumsfeuern ganzjährig verboten. In den Gemeinden des Grazer Umlandes darf jeweils nur 1 Brauchtumsfeuer entfacht werden, das von der Gemeinde veranstaltet wird und von der Gemeinde bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft anzuzeigen ist!
Außerhalb der Stadt Graz und diesen Gemeinden dürfen Brauchtumsfeuer auch von privaten Personen entfacht werden. Bei Nichtbeachtung des Verbotes in der Stadt Graz und der Einschränkungen in der gesamten Steiermark beträgt das maximale Strafausmaß € 3.630,00.

Dabei dürfen in Gemeinden, die in keinem Sanierungsgebiet liegen, auch Feuer im Rahmen regionaler Bräuche, die auf eine langjährige und gelebte Tradition zurückgehen, entzündet werden. Für Osterfeuer gilt die Einschränkung, dass ein Entfachen nur zwischen Karsamstag 15 Uhr und Ostersonntag 3 Uhr erlaubt ist. Die Verlegung des Osterfeuers auf den „kleinen Ostersonntag“ ist nicht zulässig. Sonnwendfeuer dürfen nur am 21. Juni entzündet werden. Sollte der 21. Juni nicht auf einen Samstag oder Sonntag fallen, so ist das Entzünden eines Sonnwendfeuers auch am nachfolgenden Samstag erlaubt.

Wenn Sie am Karsamstag oder am 21. Juni ein Brauchtumsfeuer entzünden, verwenden Sie nur trockenen Baum- und Strauchschnitt und beachten Sie die Bestimmungen des Steiermärkischen Feuer- und Gefahrenpolizeigesetzes (LGBl. Nr. 12/2012). Demnach ist das Verbrennen im Freien nur bei Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen (§4 LGBl. Nr. 22/2011), entsprechender Überwachung des Verbrennens und bei Durchführung von Nachkontrollen nach dem Ablöschen zulässig. Die Entzündung größerer, weithin sichtbarer Feuer ist der zuständigen Feuerwehr rechtzeitig, mindestens jedoch zwölf Stunden vorher, anzuzeigen. Bei starkem Wind und großer Trockenheit ist das Verbrennen im Freien unzulässig!

Einzuhaltende Sicherheitsvorkehrungen
Gemäß § 4 der Brauchtumsverordnung (LGBl. Nr. 22/2011) sind nachstehende Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten:
(1) Die Beschickung von Feuer im Rahmen von Brauchtumsveranstaltungen      darf ausschließlich mit trockenem, biogenem Material erfolgen.
     Zum Entzünden oder zur Aufrechterhaltung eines Brauchtumsfeuers      dürfen keine Brandbeschleuniger verwendet werden. Es sind geeignete      Maßnahmen zu treffen, die eine unkontrollierte Ausbreitung des Feuers      verhindern, z. B. durch das Bereithalten geeigneter Löschhilfen in der Nähe      der Feuerstelle.
(2) Es ist auf eine möglichst geringe Rauchentwicklung zu achten, um eine      Belästigung der Nachbarschaft zu vermeiden.
(3) Bei Brauchtumsfeuern müssen folgende
     Mindestabstände eingehalten werden:
     1. 50 m zu Gebäuden;
     2. 100 m zu öffentlichen Verkehrsflächen, soweit diese nicht ausschließlich
         land- und forstwirtschaftlichem Verkehr dienen;
     3. 100 m zu Energieversorgungsanlagen;
     4. 40 m zu Baumbeständen, Büschen, Wald und sonstigen Hecken.
(4) Brauchtumsfeuer sind zu beaufsichtigen. Das Feuer ist verlässlich zu
     löschen, sodass das Feuer auch durch heftige Windstöße nicht wieder      entfacht werden kann.
(5) Bei Nichteinhaltung der Abstands-, Beschickungs- und      Sicherheitsbestimmungen ist das Entfachen des Feuers zu untersagen      bzw. ein sofortiger Löschauftrag zu erteilen.
     Bei Zuwiderhandeln kann die Bezirksverwaltungsbehörde lt.      Bundesluftreinhaltegesetz eine Verwaltungsstrafe
     bis zu einer Höhe von € 3.630,00 verhängen.

Abbrennen verbotener Materialien

Nach den Bestimmungen des Bundesabfallwirtschaftsgesetzes (BGBl. I Nr. 102/2002 i. d. F. BGBl. I Nr. 9/2011) dürfen im Rahmen von Brauchtumsveranstaltungen keinesfalls Abfälle, insbesondere Altholz (Baumaterial, Verpackungen, Paletten, Möbel, usw.), mitverbrannt werden! Ergänzend ist auch nach den Bestimmungen des Bundesluftreinhaltegesetzes (BGBl. I Nr. 77/2010) die Verbrennung von nicht biogenen Materialien, insbesondere Altreifen, Gummi, Kunststoffen, Lacken, synthetischen Materialien, nicht naturbelassenem (behandeltem) Holz, Verbundstoffen und sonstigen die Luft verunreinigenden Stoffen außerhalb dafür bestimmter Anlagen verboten!


Die bei den Brauchtumsfeuern anfallenden Aschen sind entsprechend den abfallrechtlichen Bestimmungen zu verwerten bzw. zu entsorgen. Bei einer stofflichen Verwertung sind die Vorgaben der Richtlinie für den sachgerechten Einsatz von Pflanzenaschen zur Verwertung auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen (BMLFUW, Jänner 2011) verpflichtend einzuhalten.

Die Strafhöhe beim gesetzwidrigen Verbrennen von Abfällen liegt zwischen
€ 360,00 und € 36.340,00.

Vorrang für die stoffliche Verwertung!
Nach den Bestimmungen der Verordnung über die Sammlung biogener Abfälle (BGBL. Nr. 68/1992 i.d.F. BGBL. Nr. 456/1994) sind Materialien pflanzlicher Herkunft im unmittelbaren Bereich des Haushaltes oder der Betriebsstätte zu verwerten (Einzel- oder Gemeinschaftskompostierung) oder der Biomüllsammlung (Biotonne, Altstoffsammelzentrum, Grünschnittsammelstelle) zuzuführen. Wenn sie trotzdem ein Brauchtumsfeuer entzünden, beachten Sie die oben angeführten Regelungen!

Hier finden Sie die oben angesprochenen Gesetzestexte:

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