NEWS

"Spezieller Verkehrsunfall" bei der Monatsübung August

Die Monatsübung für August fand am Samstag, dem 29.08.2015 statt.
Annahme bei dem von BMdF. Hannes Haindl geplanten und gemeinsam mit HBI Günter Stüber vorbereiteten Szenario war ein Verkehrsunfall auf einem Feldweg zwischen Oberbuch und Hopfau.

Die Alarmmeldung lautete wie folgt: "Auf einem Feldweg neben dem Safenbach hat ein Traktor einen Kleintransporter von der Fahrbahn abgedrängt. Die Zufahrt zum Einsatzort ist über Oberbuch - bei der Fa. Singer vorbei und einige hundert Meter später links abbiegen und über den Bahnübergang - möglich."

Nachdem das TLF-A 2000 und das KLF-A an der besagten Einsatzstelle eintrafen, bot sich dem Einsatzleiter HBM Günter Bauer folgendes Bild:
Offensichtlich musste der Lenker eines Kastenwagens mit Anhänger nach einer Kurve einem entgegenkommenden Traktor ausweichen, wodurch der Anhänger von der Fahrbahn abgekommen war. Während der Lenker des Kastenwagens nicht verletzt wurde, sondern "nur" unter Schock fassungslos neben seinem Fahrzeug stand, saß der Lenker des Traktors nicht ansprechbar hinter dem Steuer. Am Transporter und dem Anhänger war eine vorschriftsmäßige Gefahrengutkennzeichnung ersichtlich, vom Anhänger traten geringe Mengen einer grünblauen Flüssigkeit aus.
 


Unverzüglich erhielt die Mannschaft des TLF-A 2000 den Auftrag, den bewusstlosen Traktorfahrer über die rechte Seite - diese Seite war dem Gefahrguttransporter abgewandt - aus dem Fahrzeug zu befreien. Die Versorgung des Verletzten wurde dabei durch einen Feuerwehrsanitäter sichergestellt. 
Gleichzeitig holte der Einsatzleiter HBM Günter Bauer gemeinsam mit dem Gruppenkommandanten des KLF-A OBI Stefan Hofstetter Informationen über die Ladung des Transporters ein. Die ordnungsgemäße Kennzeichnung mit der Gefahrstoffnummer "UN3082" und die mitgeführten Frachtpapiere und Sicherheitsdatenblätter brachten schnell die gewünschten Informationen:
Bei der grünblauen Flüssigkeit handelte es sich um ein Pflanzenschutzmittel mit der Handelsbezeichnung "Cueva". Laut Frachtschein befanden sich im Fahrzeug 3 Schachteln mit jeweils 3 Stück 10L-Kanister und ein 1000 Liter fassender IBC-Container am Anhänger. Für Menschen stellt das Produkt keine Gefahr dar, allerdings dürfen keinesfalls größere Mengen in Wasserorganismen kommen, da diese langfristig geschädigt werden.
 


Aus diesem Grund erhielt die Mannschaft des KLF-A den Auftrag, das Ventil beim Container wenn möglich zu schließen und die ausgetretene Flüssigkeit mit Bindemittel aufzunehmen. Diese Aufgabe konnte ebenfalls innerhalb kürzester Zeit erfolgreich abgeschlossen werden.

Im Anschluss daran wurde von den Übungsteilnehmern besprochen, welche verschiedenen Kennzeichnungen Gefahrguttransporte aufweisen können und welche Tätigkeiten bei Einsätzen im Zusammenhang mit Gefahrgut getroffen werden müssen. Hierbei ging es um die Themen Selbstschutz, Absperrungen und Evakuierung sowie Verständigung von Spezialkräften und Behörden.
Gemeinsam wurden auch verschiedene Möglichkeiten besprochen, wie man den Austritt bzw. die Ausbreitung eines Stoffes mit relativ einfachen Mitteln schnell und effektiv stoppen bzw. verhindern kann.

Unfälle dieser Art kommen zwar nicht häufig vor, im Ernstfall müssen die Einsatzkräfte aber zu jeder Tageszeit diesen Aufgaben gewachsen sein. Gerade in unserem Gemeindegebiet mit der durchführenden Südautobahn könnte der Ernstfall - auch mit gefährlicheren Mitteln - schneller eintreten als gedacht. 
Da bei Ereignissen auf der Autobahn Schadstoffe über die Entwässerungsrinnen in Richtung Safenbach gelangen können, ist ein schnellstmöglicher und effizienter Einsatz unserer Feuerwehr unabdingbar.  

Zur Information sei an dieser Stelle angemerkt, dass das "Pflanzenschutzmittel" für die Übung durch einfaches Leitungswasser, welches mit entsprechender Lebensmittelfarbe eingefärbt war, dargestellt wurde!

Nach Abschluss der - wie alle Anwesenden meinten - sehr interessanten und vor allem informativen Übung, wurde zu einer Nachbesprechung und Stärkung in den Buschenschank Kainz eingeladen.
 

EIN HERZLICHES DANKESCHÖN
gilt allen Kameraden, die an der Übung teilgenommen haben,
sowie der Gemeinde Buch-St.Magdalena
für die Zurverfügungstellung der "Unfallfahrzeuge"!