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FuB-Übung 2011 in Wiener Neustadt

Von 23.09. bis 24.09.2011 fand im ABC- und Katastrophenhilfe-Übungsplatz Tritolwerk bei Theresienfeld in Niederösterreich die diesjährige Übung der Feuerlösch- und Bergebereitschaft Hartberg (FuB 47) statt.

Im Jahre 1916 wurde am Gelände des Tritolwerks eine Munitionsfabrik, in welcher der Sprengstoff Trinitrotuol (bekannt als TNT) erzeugt wurde, erbaut. Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages ging das Gelände in den Besitz der Republik Österreich über und diente zunächst dem Österreichischen Bundesheer als Munitionslager. Seit 1993 wurde das Gelände als Übungsplatz des Bundesheeres genutzt. Nach Umbauarbeiten und Modernisierung des Hauptgebäudes zählt das 36 Hektar große Areal seit 2007 zu einem der größten Katastrophenhilfs-Übungsplätze in Europa, auf dem jährlich zahlreiche Einheiten des Bundeheeres und ziviler Katastrophenschutz- und Rettungseinheiten trainieren.

Auf dem Gelände befinden sich außer dem Hauptgebäude mit dem ehemaligen Pulverturm auch noch die Trümmerfelder der zerstörten Fabrik und zerstörte Bunkeranlagen. Diese Trümmerfelder eignen sich hervorragend für die Aus- und Weiterbildung von Katastrophenhilfseinheiten, da verschiedenste Szenarien wie Erdbeben aber auch Strahlen- und Chemieunfälle realitätsnah dargestellt werden können.


Genau diese Vorraussetzungen wurden für die heurige FuB-Übung ausgenutzt. Annahme bei der groß angelegten Übung waren Brände und Einstürze von Gebäuden sowie ein Eisenbahnunfall nach einem Erdbeben und einer Explosion. Des weiteren galt eine große Anzahl an Personen als vermisst.

Während der Übung, die im Stationsbetrieb durchgeführt wurde, waren die Einsatzkräfte mit folgenden Lagen konfrontiert:

  • Technischer Einsatz beim Trümmerkegel nach einem Erdbeben und einer Explosion
  • Brandeinsatz im Fabriksgebäude mit Schwerem Atemschutz
  • Technischer Einsatz Eisenbahn-Verkehrsunfall mit Verletzten und gefährlichen Stoffen
  • Brandeinsatz am Brandübungs-Dekoplatz zur Weiterbildung der Strahlrohrführer
  • Technischer Einsatz für alle ausgebildeten Absturzsicherer in der Zisterne (8 Meter Durchmesser, 16 Meter tief) mit dem Auftrag verletzte Personen aus der Tiefe zu retten

Zusätzlich wurde vom Versorgungszug die Infrastruktur zur Verpflegung von 400 Personen aufgebaut und vom Führungsstab im Hauptgebäude die Einsatzleitung errichtet.
 

Am Freitag, den 23.09.2011 waren neben dem IV. Zug der FuB47 und 2 Zügen der FuB Oberwart auch die Rettungshundestaffel Riedlingsdorf vor Ort. Zusätzlich waren am Freitag 2 Einheiten des Gefahrstoffzuges Oststeiermark bei einem angenommenen Gefahrstoffunfall mit Salpetersäure gefordert.
Ebenfalls bereits seit Freitag Mittag im Einsatz und auch am Samstag ganztägig gefordert war der Katastrophenzug des Roten Kreuzes Hartberg.

Die Kommunikation zwischen den Zugskommanden und den Stabsdiensten der Feuerwehr sowie den Kommanden der anderen Einsatzorganisationen wurde über den neuen Digitalfunk, der ab 2012 auch im Bezirk Hartberg umgesetzt wird, zur vollsten Zufriedenheit aller Nutzer gewährleistet. Auch Vertreter der Landesregierung und des Innenministeriums zeigten sich begeistert und von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Funknetzes für Katastrophenfälle überzeugt.

Am Samstag, den 24.09.2011 waren die Züge I, II, III, V und VI der FuB47 eingesetzt. Der VI.Zug der FuB47 - bestehend aus den Feuerwehren des Abschnittes 6 (Buch-Geiseldorf, Ebersdorf, Sebersdorf, Bad Waltersdorf, Wörth, Neudau und BTF Borckenstein Neudau) - war mit 7 Fahrzeugen und 47 Personen aufgestellt und war beim Eisenbahn-Verkehrsunfall und beim Fabriksbrand gefordert.
Die Mannschaft unserer Feuerwehr hatte beim Fabriksbrand die Aufgabe, gemeinsam mit LKW Ebersdorf und KLF Neudau eine Zubringerleitung vom Wiener Neustädter Kanal aufzubauen. TLF-A 3000 Bad Waltersdorf, RLF-A 2000 Sebersdorf und TLF-A 2000 Wörth führten im Gebäude einen Innenangriff mittels Schwerem Atemschutz durch. Beim Eisenbahnunfall waren unsere Kameraden bei der Verletztenversorgung tätig.
 
Gesamt waren an der zweitägigen Übung 515 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus der Steiermark und dem Burgenland, dem Roten Kreuz und der Österreichischen Rettungshundebrigade im Einsatz!

Unsere Feuerwehr war an der Übung
am Freitag mit 1 Person im Stabsdienst und im Gefahrstoffzug Oststeiermark und am Samstag mit dem KLF mit 9 Personen und 1 Person im Stabsdienst beteiligt.