NACHDENKLICHES

Weißt du, wer ich bin?

Weißt du, wer ich bin?

Wenn ich einem Kind schützend meine Hand reiche, auch wenn ich nicht sein Vater bin.

Wenn ich für Menschen, die ich nicht einmal kenne, mein Leben und meine Gesundheit riskiere und dabei sicher nicht lebensmüde bin.

Weißt du, wer ich bin?

Wenn ich auf der Straße einem Sterbenden zum Trost ein Versprechen gebe, das ich nicht halten kann und wahrhaftig kein Lügner bin.

Wenn ich arbeite bei Tag und Nacht, oft rund um die Uhr und doch kein Schichtarbeiter bin.

Weißt du, wer ich bin?

Wenn ich hungrigen Tieren Futter und Wasser bringe und trotzdem kein Bauer bin.

Wenn ich mir Urlaub nehme zum Lernen, aber kein Schüler bin.

Weißt du, wer ich bin?

Wenn ich auf meine Freizeit verzichte und meine Familie oder Freunde vernachlässige, weil du meine Hilfe brauchst.

Weißt du, wer ich bin?

Ich rette aus Überzeugung dein Leben, dein Hab und Gut. Um darüber zu reden, fehlt mir meistens der Mut.


Und wenn du mir jetzt glaubst, dass ich das alles kann, bin ich trotzdem nur ein Feuerwehrmann.


Anmerkung:
Dieses Gedicht wurde im Jahr 2006 von Roland Schlucker, Mitglied der Feuerwehr Enns in Oberösterreich, verfasst und soll die Leserinnen und Leser zum Nachdenken über die ehrenamtliche Tätigkeit der Männer und Frauen bei der Feuerwehr anregen.